Orte & Weiler

Orte und Weiler im Niedergern

Autor der Beschreibungen und Erklärungen: Kreisheimatpfleger Alois Stockner

Auf der Webseite des Landratsamt Altötting hat Alois Stockner für insgesamt 1260 Ortsnamen in sämtlichen Gemeinden des Landkreises eine Beschreibung verfasst.

Mundart: „Au“

Größe: Weiler

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1554    Forstau
1704    in der Au

Erklärung:
Ansiedlung in der Au (mhd. awn, aue = Au, wasserreiche Wiese, Auwald) an der Salzach und am Forst.

Mundart: „Aumui(nà)“

Größe: Weiler

Gemarkung: Haiming

Urkundliche Erwähnung:
1762    das Ölstampf-
mühlerl in der Au

Erklärung:
Ursprünglich eine kleine Ölstampfmühle (Rapsöl) in der Salzachau.

Mundart: „Beag“

Größe: Einzelhöfe

Gemarkung: Schützing

Urkundliche Erwähnung:
1300    an dem Perg
1517    Pergmair, am Perg
1602    Perg

Erklärung:
Bauerngehöft (Maierhof) an einem Berg.

Mundart: „Daxndoi“

Größe: Dorf

Gemarkung: Schützing

Urkundliche Erwähnung:
1560    Täxntall
1598    Täxentall
1612    Täxenthall

Erklärung:
Ansiedlung bei einer jungen Nadelholzwaldung in einem Talgrund (ahd. taxe = junges Nadelholz).

Mundart: „Diaweg(à)“

Größe: Einzelhof

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1300    ze Dietweg
1517    Dietweger
1560    Dietnwöber
1602    Dietweg

Erklärung:
Ein Dietweg bedeutet einen wichtigen, allgemeinen vom Volk benutzten öffentlichen Verkehrsweg (ahd. diot = Volk).

Mundart: „Ed(à)“

Größe: Dorf

Gemarkung: Schützing

Urkundliche Erwähnung:
1300    auf der Öd, auf der Öd an dem Perg
1435    Öd, Öden
1507    Öder
1560    Eder
1602    Ed

Erklärung:
Öd und Ed bedeutet ursprüngl. ein ödes, unbebautes Gebiet, hier an und auf einem Berg (Anhöhe).

Mundart: „Eisching“

Größe: Dorf

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1234    Evscharn
1242    Eisschin
1300    Eysching
1400    Awsching
1435    Aüsching
1526    Eyschach
1560    Eishing
1602    Eisching

Erklärung:
Name wohl auf einen einstigen Gerichts-Schrannenplatz hinweisend; ahd. ewa = Recht, Gesetz, Gebot; scharn und schran = Schranke, Schranne, Gerichtsplatz.

Mundart: „Fabå(h)“, „Fabeck“

Größe: Weiler

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1300    Fanpach, Vampach
1435    Fanpekch
1517    Fahnpach
1560    Fanngpegkh
1602    Fanpach

Erklärung:
Bach, der von Farnkraut umwachsen ist (mhd. fa(h)rn = Farnkraut).

Mundart: „Hoabå“

 

 

Größe: Weiler

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1140    Harbach
1268    Haurbach
1300    ze Harbach
1407    Horbekh
1435    Harbekh
1517    Harbegkh
1560    Harrbegkh
1598    Harböeckh

Erklärung:
Ein zwischen den Haarfeldern (Flachsfeldern) dahinfließender Bach (ahd. haro = Flachs). Die Endsilbe „bach“ hat sich hier z.T. zu „beck“ verformt.

Mundart: „Hoid“

Größe: Dorf

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1255    Haeidt
1517    Haider
1560    Haider auf der Haid
1602    Auf der Haidt

Erklärung:
Ursprüngl. eine Heidelandschaft.

Mundart: „Hoaming“

Größe: Dorf

Gemarkung: Haiming

Urkundliche Erwähnung:
748
Heiminka

790
Heuningen

1150    Haimingin
1167    Heimingin
1202    Heimingen
1242    Haiminge
1320    Haiming
1602    Haiming

Erklärung:
Bei den Leuten des Heimo (altd. PN, auch Haimo, Hemmo u. ähnl.).

Mundart: „Hoareid(à)“

Größe: Einzelhof

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1602    Hochreut
1608    Hochreiter

Erklärung:
Name von „gereut“ = gerodeter, auf der Ebene vor einem Höhenzug gelegener Hochwald.

Mundart: „Hoizhausn“

Größe: Dorf

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
828
Holzhuson

900
Holzhusa

1190    Holzhusen
1234    Holzhusen
1300    Holtzhausen
1407    Holtzhawsen
1517    Hollzhausen
1602    Holzhausen

Erklärung:
Bei den Behausungen (Häusern) am Holz (mhd. holz = Wald).

Mundart: „Hua“

Größe: Weiler

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1392    Mühlhueb
1430    Hueber
1550    Huebmiller
1560    Huebmüllner
1600    Huebmühl

Erklärung:
Eine Hube (= 1/2 Hof), zu welcher auch eine Mühle gehört.

Mundart: „Kemàding“

Größe: Dorf

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1135    Chemenaten
1234    Chemnaten
1300    Choemnaten
1435    Kemnaten
1560    Khematten
1602    Kematten

Erklärung:
Vom lat. caminata = Feuerstelle, hier heizbare Räume (Stuben) in einem Herrenhaus (Burg, Ansitz eines Edelmannes).

Mundart: „Leischboint“

Größe: Weiler

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1506    Laischbaind
1518    Leutschpeundt
1602    Leitschpeundt
1612    Leuthspeuntner

Erklärung:
Der Fischzucht vorbehaltener, eingezäunter Grundbereich (mhd. leich = laichen, befruchten der Fische; eine Point, ahd. biunt = ein eingefriedetes, besonderen Zwecken vorbehaltenes Grundstück).

Mundart: „Mosn“

Größe: Dorf

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1435    Mos’n
1560    Moßer zum Moßn
1602    Mosen

Erklärung:
Moosig, mooriger Grund beiderseits des Fahnbaches.

Mundart: „Moznbrunn“

Größe: Weiler

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1600    zu Mozen Prunn

Erklärung:
Ein Motz = Schafhammel, auch Widder. Motzenbrunn bedeutet eine Schafweide, bei der sich eine Quelle (Brunnen) befindet.

Mundart: „Neihaus(à)“

Größe: Einzelhof

Gemarkung: Haiming

Urkundliche Erwähnung:
1721    Neuhaus

Erklärung:
Eine erst damals erfolgte Neugründung eines Anwesens, daher das „neue Haus“.

Mundart: „Neihofà“

Größe: Dorf

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1180    Nuwenhouen
1271    Nevnhofen
1300    Neunhoven
1435    Newnhoffen
1517    Neunhoffen
1560    Neuhouen
1602    Neuhofen

Erklärung:
Bei den neuen Höfen, die nach einer weiteren Großrodung dort entstanden.

undart:
„Nidàgodsau“

Größe: Dorf

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
748
Nidikeltesauvua

790
Nigoltesowe

1259    Nidergoltsôwe
1334    Nidergoltsau
1407    Niderngotzaw
1435    Nyderngozaw
1517    Nidernngotzaw
1560    Nidergonzau
1602    Niderngozaw

Erklärung:
Bei der Au des Nidikelt (= altd. PN).

Mundart: „Owàlou“

Größe: Einzelhöfe

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1300    ze Lohen
1435    Oberlochner
1560    Oberloher
1602    Oberlohen

Erklärung:
Obere, d.h. innaufwärts gelegene Loh; (ahd. loh und lauha = Lichtung im Wald, auch Wiese im Wald).

Mundart: „(Owà-)Viehausn“

Größe: Weiler

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1130    Vihehusen
1300    ze Vichausen
1407    Vyhawsen
1435    Viehawsen
1517    Viechhausenn
1560    Obernviechhausen
1602    Ober Viechhausen

Erklärung:
Bei den geländemäßig weiter oben gelegenen Häusern bei den Viehweiden (vgl. auch Unterviehhausen).

Mundart: „Büasing“

Größe: Weiler

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1268    Pusingen
1350    Puesing
1435    Puesing
1517    Puessing
1560    Piesingsüng
1598    Puesing

Erklärung:
Bei den Leuten des Puso (altd. PN).

Mundart: „Schwoig(à)“

Größe: Einzelhof

Gemarkung: Haiming

Urkundliche Erwähnung:
1435    Swaiger
1485    Schwaig
1535    Schwaiger
1612    auf der Schwaig in der Gurgl
1667    Schwaig

Erklärung:
Unter „Schwaig“ ist eine reine Viehwirtschaft (im Gegensatz zu einem Ackerbaubetrieb) zu verstehen; der Bauer einer solchen Schwaige ist eben der Schwaiger. (Gurgl = Wasserschlund, Wasserloch, zeitweise aufquellende Wasserstelle).

Mundart: „Spàlou“

Größe: Weiler

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1522    an der Forchenlouch
1591    Forchenlohe
1606    Spanloch

Erklärung:
Eine Loh in einem Föhrenwald; (ahd. loh und lauha = Lichtung im Wald, auch Wiese im Wald. Forche = Föhre; ahd. foraha = Forche oder Föhre, Kienspanföhre).

Mundart: „Stockà“

Größe: Weiler

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1506    zu Stock
1535    Stockach
1602    Stogkhach

Erklärung:
Gerodeter und ausgestockter Waldboden; auch darauf nachwachsender Jungwald (ma. „Gstockert“).

Mundart: „Däuweg(à)“

Größe: Einzelhöfe

Gemarkung: Schützing

Urkundliche Erwähnung:
1309    Talweger
1335    Tolweger
1410    Thalweg
1435    Talbeg
1560    Talbegn
1598    am Talweg

Erklärung:
Der Name deutet auf einen Weg (Fuhrweg), der von der Einöde auf dem Berg hinunter ins Tal führt.

Mundart: „(Undà-)Viehausn“

Größe: Weiler

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1130    Vihehusen
1300    ze Vichausen
1407    Vyhawsen
1435    Viehawsen
1517    Viechhausenn
1560    Vnnderfiechhausen
1602    Vndter Viechhausen

Erklärung:
Bei den geländemäßig weiter unten gelegenen Behausungen bei den Viehweiden. (Vgl. auch Oberviehhausen!).

Mundart: „Voadoaf“

Größe: Dorf

Gemarkung: Haiming

Urkundliche Erwähnung:
1300    Vordorf
1430    Fordarff
1506    Fachdorf
1563    Vadorf
1602    Fachdorf
1660    Fachendorf

Erklärung:
Ansiedlung (Dorf, ursprüngl. 3 – 5 Häuser) vo(r) dem eigentlichen Hauptdorf, nämlich Haiming, vom Inn aus betrachtet. Eine Ableitung vom mhd. vohe = Füchsin (somit Fuchsdorf) ist hier wohl nicht anwendbar.

Mundart: „Weg(àrà)“

Größe: Dorf

Gemarkung: Piesing

Urkundliche Erwähnung:
1300    hintz Weg
1507    Weglohner
1560    Weger
1602    Wög

Erklärung:
Ansiedlung (Gehöft) am Weg (Viehtriebweg, Straße) von Haiming über Viehhausen nach Holzhausen.

Mundart: „Wingeham“

Größe: Dorf

Gemarkung: Haiming

Urkundliche Erwähnung:
1180    Winchelhaim
1220    Winchelheim
1300    Winchelheim
1417    Wincklhaim
1435    Winkelhaim
1517    Wingklham
1560    Wincklhaimb
1602    Wingkhlhaimb

Erklärung:
Heimstatt (Ansiedlung) im Winkel am Zusammenfluss von Inn und Salzach.

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